NEWS 2011 - Freiwillige Feuerwehr Unterwössen


Eine Million Schaden

Beim Brand eines Wohn- und Geschäftshauses in der Ortsmitte von Marquartstein ist am frühen Silvestermorgen ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden. 23 Bewohner des Hauses wurden evakuiert und konnten von der Feuerwehr unverletzt aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Über die Brandursache tappt die Kripo noch im Dunkeln.

Nicht weniger als 285 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Einsatz. Trotz des Großaufgebots konnte nicht verhindert werden, dass sich das Feuer innerhalb kürzester Zeit durch die Dachgeschossräume fraß und nur der Nordteil des U-förmigen Gebäudekomplexes unversehrt blieb. Foto chiemgau-24.de

Marquartstein - Das Dachgeschoss von zwei der drei Gebäudeflügel brannte völlig aus. Auch die darunterliegenden Geschosse wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere Wohnungen wurden zerstört. Trotz des Großaufgebots von 13 Feuerwehren mit 255 Mann konnte nicht verhindert werden, dass sich das Feuer innerhalb kürzester Zeit durch die Dachgeschossräume fraß und nur der Nordteil des U-förmigen Gebäudekomplexes von den Floriansjüngern erfolgreich abgeschirmt werden konnte und dadurch nahezu unversehrt blieb.

Gegen 1.30 Uhr meldeten mehrere Anrufer bei der Integrierten Leitstelle Traunstein den Dachstuhlbrand des Wohn- und Geschäftshauses an der Lanzinger Straße. Daraufhin wurden die Feuerwehren Marquartstein, Grassau und Unterwössen alarmiert. Bei Eintreffen der ersten Löschmannschaften stand der Dachstuhl im Westteil des Gebäudekomplexes in Vollbrand. Meterhoch schossen Flammen aus dem Dach in den Nachthimmel. Daraufhin wurden weitere Kräfte der Feuerwehren Traunstein, Übersee, Staudach, Oberwössen, Schleching und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) alarmiert. Da sich das Feuer über die Dachflächen und Hohlräume rasend schnell ausbreitete, wurden in einer weiteren Alarmierungswelle zusätzliche Atemschutzträger und insbesondere Drehleitern zur Brandbekämpfung aus der Höhe angefordert, was die Feuerwehren aus Grabenstätt, Inzell, Bergen, Reit im Winkl und Rottau auf den Plan rief.

Zunächst konzentrierten sich die Feuerwehrhelfer darauf, alle Bewohner der Eigentums- und Ferienwohnungen aus dem Gebäude in Sicherheit zu bringen. 23 Personen konnten gerettet werden. Sie wurden vorübergehend im benachbarten Saal des Gasthauses "Prinzregent" untergebracht. Dort kümmerten sich Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes um die Evakuierten.

Rund um das Gebäude und im Innenhof gingen Löschtrupps in Stellung, zeitgleich wurden Drehleitern positioniert, um Wasser und Löschschaum auf das an mehreren Stellen großflächig durchgebrannte Dach zu spritzen. Das Löschen aus der Höhe, von den Drehleiterkörben aus, war umso hilfreicher, weil ein Innenangriff der Atemschutzträger zu gefährlich oder wegen der großen Hitze nicht mehr möglich war. Aufgrund der Größe des Objekts wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet. Löschwasser wurde nicht nur aus Hydranten entnommen, sondern auch aus der Tiroler Ache gesaugt und in Schlauchleitungen zur Brandstelle gepumpt.

Die Einsatztaktik und der geballte Einsatz der Löscheinheiten hatten letztlich Erfolg. Rund drei Stunden nach Alarmierung war der Brand unter Kontrolle und weitestgehend gelöscht. Um 4.50 Uhr meldete Einsatzleiter Thomas Mayer, der Kommandant der Feuerwehr Marquartstein, "Feuer aus". Bei der Koordinierung des Großeinsatzes wurde er von Kreisbrandinspektor Georg König, Kreisbrandmeister Alfred Waschin und Kreisbrandrat Hans Gnadl unterstützt. Bürgermeister Andreas Dögerl war mit einer der ersten am Brandort. Er lobte die Floriansjünger und Rettungshelfer für ihren engagierten Einsatz und die gute Zusammenarbeit. Er sorgte auch für den Verbleib der evakuierten Personen, von denen noch in der Nacht viele bei Angehörigen und Freunden Unterschlupf fanden.

Neben den vielen Feuerwehrhelfern war das Bayerische Rote Kreuz mit 30 Helfern im Einsatz, darunter die Schnelleinsatzgruppen "Transport" und "Behandlung" aus Grassau und Reit im Winkl sowie der Technische Dienst aus Inzell. Der Rettungsdienst stellte einen Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens bereit. Verletzt wurde niemand - weder von den Hausbewohnern noch von den Einsatzkräften. Die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Marquartstein sorgten für eisfreie Straßen an der Brandstelle, denn das gefrierende Löschwasser hätte zu gefährlichen Eisbahnen geführt. Auch mehrere Beamte der Polizeiinspektion Grassau waren im Einsatz. Sie leiteten unter anderem den Verkehr um, da die Bundesstraße 305 während des Feuerwehreinsatzes für mehr als acht Stunden komplett gesperrt werden musste.

Die Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die Mittagsstunden an. Die Feuerwehrler mussten alle Räume in den ausgebrannten Dachgeschossbereichen auf Glutreste kontrollieren und bei Bedarf ablöschen. Dazu wurden Wärmebildkameras verwendet. Mit Belüftungsgeräten wurde der Brandrauch aus dem Gebäude geblasen.


Feuer begann in einem Müllhäuschen

Die Ursache für den verheerenden Brand ist unklar. Spezialisten der Kriminalpolizei Traunstein haben die Ermittlungen aufgenommen. Sicher scheint, dass das Feuer in einem Müllhäuschen am Westflügel des Gebäudes seinen Ausgang hatte. Dort griff es auf einen Wohnwagen und ein abgestelltes Auto über und erfasste das Wohngebäude bis hinauf zu den Dachflächen.

Nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei gibt es keine Anhaltspunkte für technische Ursachen als Auslöser des Brandes. Die Polizei bittet die Bevölkerung deshalb um Mithilfe. Wer vor, während oder nach Brandausbruch konkrete oder verdächtige Wahrnehmungen am und im Umfeld des Brandortes gemacht hat oder sonst Hinweise geben kann, soll sich umgehend mit der Kriminalpolizei in Traunstein unter Telefon 0861/ 98730 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.

Bericht aus ovb-online.de vom 03.01.2011 - Bilder und weiterer Bericht hier